Thema 05

Wahlumfragen – Wie verlässlich sind die „Sonntagsfragen“?

Praxisbezug: Vor jeder Wahl veröffentlichen Institute (Forsa, Allensbach, Forschungsgruppe Wahlen) Umfragen. Die Stichproben umfassen oft nur 1.000–2.500 Personen.

Anforderungen an eure Ausarbeitung

Inhalt
  • Klare Forschungsfrage und kurze Einordnung des Themas.
  • Echte Daten mit Quelle, Abrufdatum, Zeitraum und Stichprobengröße.
  • Mindestens drei statistische Kennwerte mit Rechnung, Bedeutung und Interpretation.
  • Mindestens zwei passende Diagrammarten mit vollständiger Beschriftung und Erklärung der Aussage.
  • Empfohlener Umfang der Ausarbeitung: 4–6 Seiten ohne Deckblatt und Quellenverzeichnis.
Stochastik
  • Mindestens eine Wahrscheinlichkeitsberechnung oder ein begründetes Modell.
  • Bei mehrstufigen Situationen: Baumdiagramm, Pfadregeln oder Vierfeldertafel.
  • Rechnungen, Formeln und Diagramme nicht nur formal einbauen, sondern verständlich erklären: Was wurde berechnet, warum passt die Methode, was bedeutet das Ergebnis?
  • Grenzen der Daten nennen: Stichprobe, Messfehler, Verzerrungen.
Abgabe und Vortrag
  • Abgabe als PDF, maximal 40 MB.
  • Präsentation: 12–15 Minuten, anschließend kurze Rückfragen.
  • Ziel der Präsentation: Die anderen Schülerinnen und Schüler sollen euer Thema danach grundsätzlich verstehen und eure wichtigsten Ergebnisse nachvollziehen können.
  • Ihr müsst alles erklären können, was in eurer Ausarbeitung steht.
  • Ihr bekommt zwei Noten: Ausarbeitung und Präsentation.

Detaillierte Aufgabenstellung

1

Sammle die Sonntagsfrage-Ergebnisse von vier Instituten der letzten 6 Monate für mindestens fünf Parteien.

Hinweis: wahlrecht.de hat ein Sonntagsfrage-Archiv aller großen Institute, sortierbar nach Datum. Perfekt zum CSV-Export.
2

Berechne Mittelwerte, Spannweiten und Standardabweichungen je Partei und Institut.

Hinweis: Faustformel Fehlerintervall (95 %): \(\approx \frac{1}{\sqrt{n}} \cdot 100\,\%\). Bei \(n=1000\) also ca. ±3,1 Prozentpunkte – das erklärt, warum kleinere Veränderungen statistisches Rauschen sind.
3

Erkläre den Begriff „Fehlerintervall“ (z. B. ±3 Prozentpunkte) und warum er von der Stichprobengröße abhängt.

Hinweis: Achtet darauf: Manche Institute befragen telefonisch, andere online – die Methode beeinflusst, wer überhaupt erreicht wird.
4

Vergleiche die Umfrage-Ergebnisse mit dem tatsächlichen Wahlergebnis der letzten Bundes- oder Landtagswahl. Welche Institute waren am genauesten?

Hinweis: Für den Genauigkeitsvergleich nehmt ihr das tatsächliche Wahlergebnis als Referenz und berechnet die mittlere absolute Abweichung je Institut.
5

Erläutere das Prinzip der Zufallsstichprobe und mögliche Verzerrungen (z. B. Online-Befragung).

Hinweis: Diagramm-Tipp: Liniendiagramm mit den Sonntagsfrage-Werten über Zeit + horizontale Linie für das tatsächliche Wahlergebnis – ihr seht sofort, welches Institut „nah dran“ war.
Datenquellen: wahlrecht.de (Sonntagsfrage-Archiv), Bundeswahlleiter, dawum.de.
Schwerpunkte: Stichproben Streuungsmaße Repräsentativität

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